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Die Lage spitzt sich zu. Not- und Katastrophenhilfe reicht nicht aus

Aktuelle Lage in unseren Projekten (Stand: 23. April 2020).

Fangen wir mit Mexiko an. Das  gewohnte Leben ist nur noch mit Einschränkungen möglich, aber es ist der “beste Projektort”, im Bezug auf die Corona-Katastrophe. Hunger gab es aber auch hier schon in den Schulen und Familien vor Corona und mit Corona wurde es nicht einfacher. Schulen und Universitäten, wie verschiedene Einrichtungen sind  geschlossen, das tägliche Leben läuft noch halbwegs erträglich. Verteilungen, Schulhilfen und der Spendenshop laufen bislang normal weiter. Im Projektort selbst gibt es nach den bisherigen Erkenntnssen keine Corona-Fälle.

In Georgien ist die Lage kritisch. Es gibt massive Einschränkungen des Lebens am Tag, wie eine absolute Ausgangssperre in der Nacht. Viele Menschen verlieren ihre Arbeit und dort gibt es keinen Ausgleich wie z.B. oft in Deutschland durch Kurzarbeit oder Soforthilfen. Viele Geschäfte sind geschlossen, die Preise für Lebensmittel steigen und sind weiter im steigen. Hunger und Angst breiten sich aus, vor allem bei Menschen, die immer nur von dem Geld lebten, das sie verdient haben und keine Reserven besitzen. In einigen Landesteilen kam es bereits zu Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen. Die Grenzen sind geschlossen, es ist auch nicht mehr möglich im Land zu Reisen. Städte und Regionen sind abgeriegelt. Depressionen breiten sich aus. Universitäten und Schulen sind geschlossen. Wir haben eine Notversorgung für unsere Projektfamilien organisiert. Das normale tägliche Leben gibt es derzeit nicht mehr. Es gibt Notverteilungen von Gutscheinen für Lebensmittel- und Hygienematerial durch die DHS. Es finden Online-Unterrichte über “Zoom” durch die DHS statt und in einigen besonderen Fällen werden weitere Nothilfen ausgegeben. Alles ist recht schwierig, weil auch hier Kontaktsperren, etc. gelten.

Auf den Philippinen ist die Lage mehr als kritisch. Das gewohnte Leben ist zusammengebrochen. Auch hier haben die Leute in den Slums von der Hand in den Mund gelebt und jetzt, wo es keine Jobs gibt und auch kein Kurzarbeiter- oder Arbeitslosengeld oder eine Lohnfortzahlung, aber alles geschlossen ist, geht Hunger um. Ordnungskräfte wurden schon überrannt und es kam zu Plünderungen. Die Gewalt nimmt zu und auch hier steigen die Preise. Die Menschen sitzen mit 3 oder 5 oder bis zu 10 Personen in kleinen Hütten. Viele dieser Hütten haben keinen Wasseranschluss und kein Klo. Es ist heiß in den Blech- und Bambushütten und es herrscht eine Ausgangssperre. Das Leben war schon ohne die Corona-Maßnahmen für viele Menschen die Hölle. Äußerungen wie: “in den Häusern verhungern wir und es ist unerträglich heiß. Sterben mehr von uns durch die Einschränkungen oder durch den Virus, wie lange müssen wir uns das bieten lassen?”, hört man öfter. Mit Lebensmitteln kann man kaum noch ungeschützt durch einige Slumteile laufen.

Es macht sich Hoffnungslosigkeit breit. Die Firmen sind weitgehend geschlossen, der Autoverkehr, der Verkehr der Drikes und Busse komplett unterbunden worden. Dort, wo es Lebensmittel gibt, schnellen die Preise nach oben und es gibt Rationierungen. Mittlerweile zog das Militär in den Straßen auf, um die Polizei zu verstärken. In den Slums gibt es kein Internet mehr und kaum Essen.

Wir haben die Unterrichte und den Regelbetrieb eingestellt und organisieren einen Notbetrieb. Dieser Notbetrieb umfasst in diesem Monat: Verteilungen von Lebensmitteln und Hygienematerial an unsere Patenkinder, ebenso die Verteilung von Notpaketen in 2 Slumbezirken mit jeweils rund 500-600 Menschen. Hier gilt unser Dank insbesondere Robert Göhler und seiner Frau Thes. Robert ist auf den Philippinen gestrandet und kommt nach einem Besuch der Familie seiner Frau nicht mehr nach Deutschland zurück. Es gibt keine Flüge. Jetzt haben sich Robert und seine Frau ehrenamtlich unserem Team um Lesley und Lorna angeschlossen. Thess und Robert machen mehrere Extrahilfen in den Slums möglich. Robert war und ist bereits seit mehreren Jahren in humanitären/sozialen Einrichtungen tätig. Eine super Verstärkung zur rechten Zeit.

 

Wer nicht nur reden will, sondern helfen will, kann jetzt für eines der Projekte spenden. Jeder Euro zählt und je mehr Hilfe wir bekommen, je mehr können wir tun.

Wir haben haupt- und ehrenamtliche Helfer/innen in den Projekten und können direkt Hilfe organsieren. Das Hauptproblem ist das Geld, um Hilfen kaufen zu können. In Mexiko haben wir durch die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Tonatico die Möglichkeit, im Rahmen des Katastrophenschutzes Hilfen zu organisieren und wir haben die Unterstützung der Behörden. In Georgien haben wir diese Möglichkeiten ebenfalls als anerkannte Hilfsorganisation aus der EU und durch unsere Kontakte und Partnerorganisation vor Ort. Auf den Philippinen haben wir im Rahmen der Nothilfe die Unterstützung der Stadtverwaltung, die auch ein Transportfahrzeug/Fahrer und ggf. Polizei zur Verfügung stellt und unsere Helfer/innen ungehindert durch die Straßensperren lässt.

Bitte helfen Sie uns. Sie können direkt für die Projekte spenden, einfach den Button “Spenden” oben auf dieser Seite anklicken. Die Projekte sind für jede denkbare Hilfe dankbar. Spenden sind natürlich steuerlich abzugsfähig.